Der Dreißigjährige Krieg
Die deutsche Ur-Katastrophe im Kampf um Religion und Macht

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Christian IV., der bereits 1588 den Thron bestieg, war während des gesamten Dreißigjährigen Kriegs König von Dänemark und aktiv am Kriegsgeschehen beteiligt. Während seiner langen Amtszeit versuchte er immer wieder sein Reich zu einer Großmacht des Nordens zu machen, was ihm jedoch bis zuletzt verwehrt bleiben sollte, nicht zuletzt weil Schweden diese Rolle für sich erfolgreich einnahm.

Ölbild Christian IV.
Ölgemälde Christians des IV. gemalt von Pieter Isaacsz um 1615
(Dieses Bild ist gemeinfrei und nicht urheberrechtlich geschützt)

Geboren wurde Christian am 12. April 1577 auf Schloss Frederiksborg in Hillerød. Als ältester Sohn des dänisch-norwegischen Königs Friedrich II. war er der direkte Thronfolger und wurde nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1588 bereits selbst zum Herrscher. Da er zu dieser Zeit noch unmündig war, übernahm seine Mutter Sophie von Mecklenburg zusammen mit Vertretern des Reichsrats, einstweilen die Amtsgeschäfte. Erst 1596, im Alter von nunmehr 17 Jahren, wurde er per feierlicher Krönung zum mündigen Oberhaupt Dänemarks und Norwegens erklärt.

Bereits ein Jahr nach seiner Krönung heiratete er Anna Katharina von Brandenburg, die Tochter des Kurfürsten Joachim Friedrich. Insgesamt sollten aus dieser Ehe sechs Kinder hervorgehen, von denen jedoch nur eines (Friedrich III.) den Vater überlebte und so später seine Nachfolge antreten konnte. Auch die Ehe selbst hielt nicht allzu lange, da Anna im Jahre 1612 jung verstarb. In der Folge bekam Christian noch weitere Kinder von verschiedenen Mätressen und seiner zweiten Ehefrau Kirsten Munk.

Christians Amtszeit war von Beginn an durch zahlreichen Reformen und Bautätigkeiten geprägt. So ließ er z.B. mehrere Städte gründen, von denen die meisten seinen Namen tragen. Bekannte Beispiele sind hier u.a. Kristiansand und Kristianstad. Bei der neuen Ausrichtung Dänemarks stand aber vor allem das Militär im Mittelpunkt, weswegen auch zahlreiche Festungen errichtet wurden.
Bewehren musste sich diese Maßnahme erstmals 1611 als der sogenannte Kalmarkrieg gegen Schweden ausbrach. Hauptauslöser für den Konflikt war der beidseitige Anspruch der Finnmark, welche hohe Handelseinnahmen durch Felle und Fische versprach. Dänemark konnte in diesem zwei Jahre andauernden Konflikt die wichtige Festung Älvsborg und die südschwedische Stadt Kalmar einehmen ehe Anfang 1613 ein für Dänemark günstiger Friedensvertrag geschlossen wurde. Christian IV. machte einen großen Schritt zur Vormachtstellung an der Ostsee.

Nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs im Jahre 1618 wendete Christian sein Augenmerk vermehrt auf Norddeutschland. Anfang 1621 lud er mehrere protestantische Herzöge, sowie Abgesandte aus England, den Niederlanden und sogar Schweden ein um die kurz zuvor untergegangene protestantische Union neu zu beleben, hatte jedoch keinen Erfolg.
Erst Jahre später war für Dänemark die Zeit gekommen, selbst aktiv ins Kriegsgeschehen einzugreifen. Auf der Haager Allianz von 1625 gewann Christian die Unterstützung Englands und der Niederlande für einen geplanten Feldzug gegen den Habsburg Kaiser. Letztendlich blieb es hier aber lediglich bei einigen Hilfszahlungen. Im gleichen Jahr konnte er sich außerdem erfolgreich zum Kreisobristen des Niedersächsischen Reichskreises wählen lassen.

Im folgenden Jahr plante Christian IV. zusammen mit seinem Verbündeten Ernst von Mansfeld einen Feldzug bis nach Süddeutschland, bekam von den protestantischen Fürsten aber keine nennenswerte Unterstützung. Als Christians Heer am 27. August 1626 bei Lutter am Barenberge auf die kaiserlichen Soldaten unter General Tilly trafen, musste es eine große Niederlage einstecken und sein Vorhaben früh begraben. Nach der Schlacht verlor er auch die restliche Unterstützung im Reich und geriet in die Defensive.
1627 gelang es den kaiserlichen Truppen unter Wallenstein und Tilly bis auf das dänische Festland (Jütland) vorzurücken und dieses zu besetzen. Christian musste sich im Zuge dessen bis auf die dänischen Inseln zurückziehen. Trotz der drohenden Niederlage versuchte er noch einmal einen Landeversuch in Norddeutschland, der jedoch ebenfalls zum Scheitern verurteilt war. So blieb ihm schließlich nichts anderes übrig als am 22. Mai 1629 den Lübecker Frieden zu unterschreiben. Dieser war für Dänemark recht großzügig ausgelegt und bedeutete keinerlei Gebietsverluste, allerdings hatte sich der Dänenkönig fortan völlig aus dem Krieg herauszuhalten.

Christian musste in den Folgejahren beobachten, wie Schwedenkönig Gustav-Adolf in den Dreißigjährigen Krieg eingriff und im Gegensatz zu Dänemark erfolgreich im Reich operierte. Schweden war nun auf dem Weg zur großen Ostseemacht, während es für Dänemark eher ums Überleben ging.
Am 12. Dezember 1643 nutzten die Schweden die Schwäche Christians zu einem Überraschungsangriff auf die dänischen Teile Holsteins. Da die schwedischen Truppen zu diesem Zeitpunkt unter dem Kommando von Lennart Torstensson standen ging der nun folgende Krieg als Torstenssonkrieg in die Geschichte ein, wird aber auch als Teilkonflikt des Dreißigjährigen Kriegs gesehen.
Das ohnehin schon geschwächte Dänemark musste 1644 große Verluste hinnehmen, auch wenn einige wichtige Festungen gehalten werden konnten. Bei der Seeschlacht auf der Kolberger Heide konnten sich die Dänen zwar behaupten, jedoch büßte Christian durch eine schwere Verletzung ein Auge ein. Die Aussichtslosigkeit des Kampfes führte schließlich 1645 zum Frieden von Brömsebro, der Dänemark große Landesteile und endgültig auch den Status als Großmacht des Nordens kostete.

Die letzten Jahre von Christians Leben standen auch im Zeichen innenpolitischer Probleme, da der Einfluss des Adels immer weiter zunahm. Am 28. Februar 1648 verstarb er schließlich verbittert auf Schloss Rosenborg in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Sein Grab befindet sich im Dom zu Roskilde, der seit 1995 als UNESCO Weltkulturerbe gilt.



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Hat aller Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret.