Der Dreißigjährige Krieg
Die deutsche Ur-Katastrophe im Kampf um Religion und Macht

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(1517 - 1618)
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Während des Dreißigjährigen Kriegs erreichte die Hexenverfolgung im Heiligen Römischen Reich ihren Höhepunkt. Allerdings lassen sich nur indirekte Zusammenhänge zwischen der zunehmenden Hexenverfolgung und dem Kriegsgeschehen finden. Tatsache ist, dass es während der Anfangszeit der Reformation noch weniger Hexenprozesse gab und diese erst ab etwa 1550 anstiegen und sich bis nach Ende des Krieges auf hohem Niveau hielten.

Im Gegensatz zu den Hexenprozessen des Mittelalters, die entgegen der weitverbreiteten Meinung, sehr spärlich ausfielen und selten mit einer Hinrichtung endeten, fanden vermeintliche Hexen während des Dreißigjährigen Kriegs fast ausschließlich den Tod - Zumeist auf dem Scheiterhaufen.

Hexenverbrennung 1587
Hexenhinrichtung im Jahr 1587 (Darstellung aus der Wickiana)
(Dieses Bild ist gemeinfrei und nicht urheberrechtlich geschützt)

Als Mitgrund für den ausbrechenden Hexenwahn ab dem 16. Jahrhundert gilt der 1486 erschienene Hexenhammer. Das vom Dominikaner Heinrich Kramer geschriebene Werk umfasst drei Teile in denen er beschreibt was unter einer Hexe zu verstehen ist, welche Praktiken sie anwenden und wie ein Hexenprozess abzulaufen hat. Hierbei werden auch verschiedene grausame Foltermethoden, wie z.B. Strecken, beschrieben. Das Buch erschien bis ins 17. Jahrhundert in 29. Auflagen und diente bei der späteren Hexenverfolgung als Legitimation.

Der damals weit verbreitete Aberglaube , dass viele Unglücke der Magie geschuldet waren, war ebenfalls Mitschuld am Hexenwahn. So war es nicht verwunderlich, dass gerade in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, als die Menschen unendliches Leid zu erfahren hatten, Schuldige für das Unheil gesucht wurden.
Nicht zuletzt war es auf dem Höhepunkt der Hexenhetze keine Seltenheit, dass durch falsche Beschuldigungen unliebsame Personen aus dem Weg geschafft wurden.
In Bamberg wurde der Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheimt unter dem Namen Hexenbrenner bekannt, da er in den Jahren 1623 bis 1632 ganze Familien und sogar den Bürgermeister Johannes Junius hinrichten ließ. Dieser schrieb in seinem Abschiedsbrief:

„Unschuldig bin ich in das gefengnus kommen, unschuldig bin ich gemarttert worden, unschuldig muß ich sterben …“

Wie aus den damaligen Prozessakten hervorgeht, starben in Bamberg ca. 800 Menschen in dieser Zeit durch die Hexenverfolgung. Erst der Einmarsch der schwedischen Truppen im Februar 1632 machte dem Wahn des Fürstbischofs ein Ende. Er floh schließlich nach Österreich wo er nur ein Jahr später an einem Schlaganfall verstarb.

Hexenprosse liefen während des Dreißigjährigen Krieges und der gesamten frühen Neuzeit meist nach dem gleichen Muster ab. In aller Regel wurden folgende Punkte durchlaufen:

1. Anklage - Oft durch andere Gefangene unter Folter.

2. Haft - Meist in Türmen oder Kellern.

3. Verhör - Unterteilt in drei Phasen über Befragung bis hin zur Folter.

4. Hexenprobe - z.B. Nadel- oder Wasserprobe.

5. Geständnis - Unter Folter erzwungen.

6. Befragung nach anderen Hexen - Oft auch unter Folter.

7. Hinrichtung -  Auf dem Scheiterhaufen, manchmal auch erst nach erfolgter Enthauptung.

Auswertungen von Gerichtsakten aus der damaligen Zeit haben ergeben, dass allein auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation ca. 25.000 Menschen dem Hexenwahn zum Opfer fielen. Etwa 3/4 von Ihnen waren Frauen, allerdings wurden auch Männer als Hexer verbrannt.
Die letzte bekannte Hinrichtung einer vermeintlichen Hexe soll 1793 in Südpreußen stattgefunden haben. Die Quelle gilt jedoch als unsicher.



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